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  Vereinsgeschichte / 1918 - 1928

Der Neubeginn nach 4 Jahren Weltkrieg - Die Ära Wilhelm Jung und Max Lange


In der Jubiläumsschrift zum 30-jährigen Bestehen des Vereins (1921) findet sich folgender Satz:

"Der Weltkrieg 1914 setze allen sportlichen Wünschen und Zielen ein jähes Ende. Auch in unseren Reihen hat er eine große Lücke gerissen."

In den Kriegsjahren hatte es praktisch kein Vereinsleben gegeben. Die Werse-Badeanstalt drohte zu verfallen. Einigen älteren Mitgliedern, insbesondere Rektor Nonn, ist es zu verdanken, dass der Verein immerhin "verwaltet" wurde.

1918: Aber schon am 21.12.1918 - wenige Wochen nach dem Waffenstillstand - fand die erste Versammlung nach dem Krieg statt. Der seit 1913 amtierende 1. Vorsitzende Wilhelm Jung wurde im Amt bestätigt. Er behielt es bis 1921, stand aber dem Verein als Ehrenvorsitzender in den folgenden Jahren weiterhin zur Verfügung.

1919: Am 1. Mai wurde die Werse-Badeanstalt wieder eröffnet. Trainingsmöglichkeiten hatte es in den Wintermonaten kaum gegeben, da der Betrieb des Hallenbades wegen Kohlenmangels längere Zeit stillgelegt werden musste. Am 7.12.1919 wurde das erste Schwimmfest nach dem Kriege abgehalten (zwei Osnabrücker Vereine und die beiden Münster'schen Vereine).

1920: Pläne zur Renovierung der Flußbadeanstalt in Sudmühle wurden entwickelt, mussten aber zunächst wegen zu hoher Kosten wieder aufgegeben werden. Aufgrund eines Abkommens mit der Militärverwaltung, das Bad auf 20 Jahre an mehreren Tagen dem Militär unentgeltlich zur Verfügung zu stellen, wurden Renovierung und Umbau schließlich doch noch verwirklicht. Das Abkommen hat sich im Laufe der Zeit offensichtlich von selbst erledigt. Immerhin hat ein Münster'sches Pionierbataillon (Zugfährer war Männe Busch, Vereinsmitglied und guter Schwimmer) viele Jahre lang jeweils im Frühjahr zwei 50 m voneinander entfernte Startbräcken gebaut. Die Bräcke an der Clubhausseite ermöglichte die Verbindung zum anderen Werseufer und dadurch die Einbeziehung der gegenäberliegenden Wiese in die Badeanstalt.

1920: wurde auch die Damenabteilung gegründet. Ihr wurde Selbstverwaltung, aber keine Verselbstständigung zugestanden. Sie trat in die Rechte und Pflichten des Vereins ein, wählte ihren Vorstand; Stimmrecht haben die Damen jedoch erst 1955 erhalten. Das tat ihrem sportlichen Ehrgeiz jedoch keinen Abbruch; u.a. machten damals Reni Hausmann, Käthe Rachel, Änne Pelzer und später Sefi Holtermann von sich reden.

1921: Das 30-jährige Bestehen des Vereins wurde in bescheidenem Rahmen gefeiert. In der Festschrift berichtet der Verfasser im Pathos der damaligen Zeit äber den Ablauf der Vereinsgeschichte.

Im Jubiläumsjahr löste Max Lange Wilhelm Jung als 1. Vorsitzenden ab. Im Mittelpunkt seiner siebenjährigen zukunftsorientierten Tätigkeit stand die Planung fär den Bau des Clubhauses, die er trotz finanzieller Engpässe, die noch durch die Inflationszeit 1922/23 verschärft wurden, zäh verfolgte.

1926 wurde eine Baukommission bestellt, die aus den Herren Professor Dr. Stühmer, Robert Beckhoff und Paul Mosecker bestand.

1927 konnte das Haus seiner Bestimmung übergeben werden. Noch heute ist es unsere Heimstatt.

Der Kostenvoranschlag belief sich auf 66.000 Mark, der, wie der Chronik zu entnehmen ist, nicht ganz eingehalten werden konnte. Die Finanzierung wurde dargestellt zum kleineren Teil durch eigene Mittel, darüber hinaus städtische Darlehn, öffentliche Zuschüsse und eine Hauszinssteuerhypothek auf den Besitz Hovestadt. Die fär den Verein entstandene Schuldenlast hat große Sorgen bereitet.

Weitere erwähnenswerte Ereignisse aus der Ära Max Lange


1924: Der Schwimmverein Münster äbernahm die Durchführung des 33. Verbandstages des Deutschen Schwimmverbandes, der ursprünglich fär Bonn vorgesehen war, jedoch wegen der Rheinlandbesetzung nach Münster verlegt wurde.

1926: Der Schwimmverein Münster wurde in das Vereinsregister eingetragen. Am 8. November 1926 wurde das 35-jährige Stiftungsfest gefeiert. Mit Stolz und Akribie berichtet die Chronik äber alle Vertreter des öffentlichen Lebens, die entweder anwesend waren oder ihre Glückwünsche übrachten.

Sportliche Aktivitäten und Jugendarbeit 1921 bis 1928


Die Erziehung und Förderung der Jugend war deutlich vorrangiges Ziel der Vereinsarbeit, das sich auch in sportlichen Erfolgen niederschlug. Die Chronik aus dieser Zeit berichtet z.B. 1923 von 28 ersten, 51 zweiten und 3 dritten Preisen; 1925 waren es 52 Siege, 24 zweite und 10 dritte Plätze.

Gesellige Veranstaltungen, die in den Jahren 1921 bis 1928 begründet wurden, und die ihre Tradition, zum Teil bis heute, bewahrten: - z.B. der Maigang, eine größere Wanderung, die schon ab 1919 regelmäßig durchgeführt wurde. Später lebte diese Tradition in den Vatertags-Radtouren wieder auf, um die sich in der Nachkriegszeit Ferdi Novak verdient gemacht hat. 1986 erweckte Rüdiger Tretow sie zu neuem Leben.

- Das Winterfest, erstmals in den zwanziger Jahren jeweils im Februar gefeiert. Im Januar wurden hierfär drei Tanzübungsabende veranstaltet. Das Winterfest wurde bis zum Beginn des Zweiten Weltkrieges regelmäßig durchgeführt, in den drei folgenden Jahrzehnten immerhin noch von Fall zu Fall.

- Das Fastnacht-Sonntagsnachmittag-Königs-Kaffee-Kuchenessen (FSNKKK), eine sehr lustige karnevalistische Veranstaltung in Sudmühle am Nachmittag des Fastnachts- Sonntag. Die Tradition wurde bis zum Beginn des Zweiten Weltkrieges aufrechter halten, nach dem Krieg lebte sie - leider - nicht wieder auf.

- Die Italienische Nacht, erstmalig 1923 durchgeführt. Die Tradition hat sich bis heute erhalten. Seit etlichen Jahren heißt die "italjänige" Nacht nur noch schlicht "Sommerfest". In Verbindung mit dem Sommerfest wird heute auch das Schützenfest gefeiert, dessen Tradition bis in die 90-er Jahre des vorigen Jahrhunderts zu räckreicht. Die Schützenkette ist noch vorhanden.

Das ernste Bemühen um ein reges Vereinsleben zeigt sich nicht nur in der Pflege der Geselligkeit, sondern auch darin, dass bis in die dreißiger Jahre hinein neben den Hauptversammlungen regelmäßig Monatsversammlungen stattfanden, in denen auch verbindliche Beschlüsse gefaßt wurden.


Kennzahlen
- Münster hatte 1918: 99.212, 1920: 102.010, 1925 108.096 und 1928 116.040 Einwohner
- Mitgliederzahlen der Schwimmvereinigung 1891 23 und 1920 339

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