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  Vereinsgeschichte / 1928 - 1939

Die Jahre der Konsolidierung - Die Ära Stühmer/Beckhoff


1928: Am 6. Oktober 1928 trat Max Lange als 1. Vorsitzender zurück. Sein Nachfolger wurde Professor Dr. A. Stühmer, der von der Universität Freiburg an die Universität Münster berufen worden war. Besondere Verdienste erwarb er in der Clubhaus-Baukommission, bei der finanziellen Konsolidierung des Vereins, der Öffentlichkeitsarbeit sowie durch die Aktivierung des Schwimmsports, insbesondere der Jugendarbeit im Verein. Unterstützt wurde er dabei durch Paul Mosecker und Bernhard Eistrup.

1929: fanden die Deutschen Hochschulmeisterschaften im Schwimmen in Sudmühle statt.


Die Liegewiese am jenseitigen Werseufer mit Wasserrutschbbahn, Anfang der 30er Jahre.


Im August Ferienfahrt zum Titisee. 15 Jugendliche verbrachten durch Vermittlung von Professor Dr. Stühmer als Gäste des FSSC Freiburg, dessen Mitbegründer er war, zwei sonnige Wochen im Vereinsheim am Titisee. Die Fahrt, so schön sie auch war, wäre in der Vereinschronik nicht unbedingt erwähnenwert, hätte sie nicht eine für das Vereinsleben besondere Bedeutung erlangt. Am Titisee nämlich wurde das Speckbrettspiel entdeckt und in Münster weiterentwickelt. Die Jugendlichen des FSSC hatten mit einem alten Tennisnetz und gebrauchten Tennisbällen auf einem dürftig planierten Sandplatz mit Hilfe von kleinen Küchenbrettern (von ihnen Speckbrett genannt) eine Art Minitennis gespielt. Die Gastgeber nahmen dies zwar nicht besonders ernst, die SV-Jugendlichen griffen die Idee jedoch auf. Unter der Leitung von Paul Mosecker wurden in den Osterferien 1930 die heutigen Plätze I und II ausgestochen und dann durch den allgemeinen Frühjahrsarbeitsdienst endgültig fertiggestellt. Das war die Geburtsstunde des Speckbrettspiels.

In der Jahreshauptversammlung am 5. Oktober 1929, in der Professor Dr. Stühmer im Amt bestätigt wurde, wurde erstmals Bernhard Lühn in den Vorstand als sportlicher Leiter gewählt. Bernhard Lühn bestimmte in den darauf folgenden 25 Jahren bis 1959 das Vereinsleben maßgebend und richtungsweisend über seine Zeit hinaus.

Die Entwicklung des bisherigen Herrenbades zum Familienbad wurde in einer Monatsversammlung im April 1929 inoffiziell billigend zur Kenntnis genommen. Das Damenbad (heute Kaffeegarten neben dem Clubhaus) blieb diesen weiterhin allein vorbehalten; von Herren durfte es nicht betreten werden. Das Thema "Familienbad" war damals in Münster heftig umstritten; auch die katholische Kirche griff in die Diskussion ein.

1930: Im Frühjahr wurde die Anpachtung des gegenüberliegenden Wersegeländes als Liegewiese und Standort einer Wasserrutschbahn beschlossen.

1931: 40 Jahre Schwimmverein Münster von 1891. Stiftungsfest am 18./19. Juli. An beiden Tagen Jugend- und Herrenwettkämpfe unter Beteiligung namhafter Clubs, u.a. Hellas Magdeburg, seiner Zeit Schwimmhochburg in Deutschland. Offizielle Morgenfeier im Realgymnasium am Syndikatplatz unter Beteiligung von Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens und des Deutschen Schwimmerverbandes. Im Jubiläumsjahr fand ein großer Clubkampf gegen Niedersachsen statt, bei der die damalige Stärke des Münster'schen Schwimmsportes besonders deutlich wurde. Schwimmerisch hatte Niedersachsen Vorteile, bei den Wasserballern waren die 91er stärker.

1934: Am 4. April 1934 trat Professor Dr. Stühmer zurück. In den zurückliegenden Jahren hatte er den Verein durch schwere wirtschaftliche Krisen - Brüning'sche Notverordnung, Sperrung öffentlicher Zuschüsse - gesteuert. Trotz des eindringlich an ihn herangetragenen Wunsches ließ er sich nicht umstimmen. Er folgte einem Ruf nach Magdeburg, blieb dem Verein zeitlebens verbunden. Er starb 1957.

Sein Nachfolger als 1. Vorsitzender wurde Robert Beckhoff, ein Mann der ersten Stunde. Zunächst sportlich hervorragend aktiv (Kaiserpreis), war er schon ab 1907 Mitglied des Vorstandes.

Zur gleichen Zeit wurde Ferdinand Kortländer zum ersten Mal in den Vorstand gewählt. Über ihn wird noch zu berichten sein.

Josef Grothues (Onkel Jupp) wurde Bademeister und zusammen mit seiner Frau (Tante Maria) Kantinier in Sudmühle. Onkel Jupp war vorher Bademeister beim uns benachbarten Damenschwimmverein gewesen. Auf die 91er Jugend war er bis dahin wegen immer wieder vorgekommener "Grenzverletzungen" nicht besonders gut zu sprechen. Bei seinem Übertritt wurde er aber mit offenen Armen empfangen. Fast drei Jahrzehnte blieben Onkel Jupp und Tante Maria die guten Geister des Schwimmbades.

1935: Robert Beckhoff, am 6.4. für weitere drei Jahre im Amt bestätigt, erhielt die höchste Auszeichnung des DSV, die Goldene Verbandsehrennadel. Die Geschicke des Vereins leitete er sicher und unberührt vom damaligen Zeitgeist bis 1939.

1938/39: Das Gelände des I. Münsterschen Damenschwimmvereins, das unsere Schwimmanstalt nördlich an der Wersebiegung begrenzte, wurde angekauft; endgültig einbezogen wurde das Gelände jedoch erst in den Nachkriegsjahren. Die Mitglieder traten größtenteils zum SV91 über.

1939: Am 15. April trat Robert Beckhoff nach 32-jähriger Tätigkeit im Vorstand und 43-jähriger Mitgliedschaft zurück. Der verdiente Lohn: Die Ernennung zum Ehrenvorsitzenden.

Nachfolger wurde Berhard Lühn, dessen Stellvertreter Ferdinand Kortländer.

Der schon lange befüchtete Ausbruch des Zweiten Weltkrieges am 1. September 1939 legte das Vereinsleben erneut lahm.

Sportliche Aktivitäten in den Jahren 1928 bis 1939


Ohne auf die vielen Schwimmveranstaltungen und -meisterschaften im einzelnen einzugehen, sei lediglich an die besten Schwimmer erinnert: Dies waren - bei den 91ern: Rudi Wolfsholz, Alfred Hessing, Heine Stüwe, Berni Schmitz, Fritz Pieper, Heinz Westhoff, Berni Sasse, Ferdi Novak.

- bei den Niedersachsen: Albin Schwarze, Bernhard Dornsiepen, Hubert Erdmann, Heinz Peter, Ebbi Haselmann, Alfred Rüther.

- Der Kern der 91er Wasserballer: Karl (Spatz) Brand, Willi (Heme) Brand, Max Backhaus, Hans Schmitz, Berni Schmitz, Alfred Hessing, Werner Franz, Paul Lammers, Hans Groß, Jakob Kalker, Seppel Fahrenkämper.


Kennzahlen
- Münster hatte 1930: 120.343, 1934: 127.474 und 1939 132.760 Einwohner
- Mitgliederzahlen der Schwimmvereinigung 1930 527 und 1936 371
 (die Konkurrenz staatlicher und halbstaatlicher Organisationen wurde stärker)

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